Portrait von Georg Schmid

Georg Schmid

Historiker und Autor


Neuerscheinung



Gleichmut. Roman.

Ein Wiener Roman, der Protagonist ein Psychoanalytiker – so der erste Eindruck bei flüchtiger Lektüre. Doch da stimmt einiges nicht. Warum wird links gefahren? Was ist die Confoederatio Austriaca? Die Lektüre von Neffe und Nichte, die sich für „Parallel Universes“ begeistern, gibt uns erklärende Hinweise. Ein nicht stattgefundener Erster Weltkrieg hat dieser Welt nicht nur den Zweiten und die Shoa erspart, sondern auch die Dominanz des Nationalstaats-Konzeptes.
Die wohlhabende Familie Laehrte betreibt eine Wirtschafts-Prognose-Firma. Beschäftigt diese sich damit, ökonomische und gesellschaftliche Fehler in der Zukunft zu vermeiden, so versucht Ernst als Psychoanalytiker, die der Vergangenheit zu erkennen und zu reparieren.
Die „Arbeitswut“ aller Familienmitglieder lässt erste leise Zweifel an der Familien-Idylle aufkommen. Der bewusst inszenierte Genuss von Ästhetik und Kulinarik deuten darauf hin, dass das „gute Leben“ nicht selbstverständlich ist.
Ernst arbeitet an einem Buch über die Angst; bei seinen Patienten tritt sie immer häufiger und massiver auf und auch er selbst fällt immer öfter in „Schwarze Löcher“.
Auf der persönlichen Ebene gelingt Ernst die Heilung – wie es die Fiktion will – durch eine unverhoffte, intensive Beziehung zu einer Frau.
Der Roman endet mit dem traditionellen Familienfest in Tirol, bei dem die Schatten der politischen und gesellschaftlichen Bedrohungen, der Verdacht, dass die Welt auch schlimmer sein könnte, noch einmal in den Hintergrund gedrängt werden.

erscheint im August 2020

Biographie



Geboren 1944 in Wien, Studium Geschichte, Philosophie, Germanistik an den Universitäten Wien und Salzburg, Promotion 1968 an der Universität Salzburg

  • 1964–1968 wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Geschichte der Universität Salzburg
  • ab 1968 Univ.Ass.
  • 1971 Heirat mit Sigrid Bortenschlager
  • 1979 Habilitation für Neuere Geschichte an der Universität Salzburg
  • 1989 a.o.Univ.Prof.
  • 1995 krankheitsbedingte Pension

Lehrtätigkeit an den Universitäten University of Kansas, Western Illinois University, Innsbruck, Wien, Paris VIII

Leiter der vom Fonds für die wissenschaftliche Forschung geförderten Projekte:

  • Österreichische Geschichtsbilder. Analyse der Austria Wochenschau
    (1988–1990, Mitarbeiter: Dr. Hans Petschar)
  • Österreichische Eisenbahnen 1918–1938; nach 1945
    (1991–1994, Mitarbeiter: Dr. Peter Staudacher und Dr. Hans Lindenbaum)
Leiter des von der Öst. Akademie für Wissenschaften und CNRS und EHESS Paris geförderten Projekts:
  • Geschichte und Stereotypien kultureller Tranfers (1991–1995)
Co-Direktor des Internationalen Hochschullehrgangs Neue Methoden in der Geschichtswissenschaft.

Computeranwendung. Mündliche Geschichte. Semiologie und Imagologie. (1989–1995)

Georg Schmid lebt in Frankreich

Werke



Selbständige Publikationen

  • Doderer lesen. Zu einer historischen Theorie der literarischen Praxis. Salzburg: Neugebauer 1978.
  • Die Figuren des Kaleidoskops. Über Geschichte(n) in Film. Salzburg: Neugebauer 1983.
  • Die Zeichen der Historie. Beiträge zu einer semiologischen Geschichtswissenschaft. Wien und Köln: Böhlau 1986.
  • Die Spur und die Trasse. (Post-)Moderne Wegmarken der Geschichtswissenschaft. Wien und Köln: Böhlau 1988.
  • Erinnerung und Vision. Die Legitimation Österreichs in Bildern. Eine semiohistorische Analyse der Austria-Wochenschau 1949–1960. Graz: Akademische Druck- und Verlagsanstalt 1990 (gemeinsam mit Hans Petschar).
  • Österreich und Deutschlands Grösse. Ein schlampiges Verhältnis. Salzburg: Otto Müller 1990 (gem. mit Gernot Heiss und Oliver Rathkolb).
  • Bewegung und Beharrung. Transport und Transportsysteme in Österreich 1918–1938. Eisenbahn, Automobil, Tramway. Wien, Köln, Weimar: Böhlau 1994 (gemeinsam mit Hans Lindenbaum und Peter Staudacher).
  • Die Geschichtsfalle. Über Bilder, Einbildungen und Geschichtsbilder. Wien, Köln, Weimar: Böhlau 2000.
  • Freud/Film oder das Kino als Kur. Wien: Sonderzahl 2006.
  • The Narrative of the Occident. An Essay on Its Present State. Frankfurt etc.: Lang 2009.
  • In the Presence of the Future. Mapping the Roads to Tomorrow. Frankfurt etc.: Lang 2012.
  • The Mindscreen. Identification and Its Cinematic Arena. Frankfurt: Lang 2016.
  • Thoughts on things Forgotten. Recharging the Collective Memory Banks. Frankfurt etc.: Lang 2018 , gemeinsam mit Sigrid Schmid Bortenschlager

Literarisches

  • Roman trouvé. Darmstadt: Luchterhand 1978. (Finalist beim Robert Walser Preis)
  • Friedhof der Namenlosen. Reinbek: Rowohlt 1982.
  • Nature morte. Salzburg: Otto Müller 1992.
  • Das Auge des Taifuns. Salzburg: Otto Müller 1995. (Buchprämie des BMUK)
  • Wege ins Nichts. Salzburg: Otto Müller 1996.
  • erscheint im August 2020: Gleichmut. Roman. INNSALZ.

Kunst

  • Köpfe – Gefährte – Wagnisse. Skulpturen und Bilder von Wolfgang Götzinger. Wien. 1983.
  • Das gefundene Auge. Ralph Werner. Essays von G.S. Salzburg 1984.
  • Wolfgang Götzinger. Ausflüge in die verborgenen Zonen. Katalog zur Austellung Schwaz 2008.
  • Die Künstlerfamilie Götzinger. Heimatblätter. Schwazer Kulturzeitschrift 78 (Oktober 2015).

als Herausgeber

  • Zeichen und Bilder der Geschichte. Doppelheft Zeitgeschichte l989
  • Zeitschrift Photographie und Gesellschaft. Zeischrift für photographische Imagologie. Wien 1989.
  • Reihe Nachbarschaften. Humanwissenschaftliche Studien (NHS) im Böhlau-Verlag, Wien, Köln, Weimar, gemeinsam mit Sigrid Schmid-Bortenschlager), dzt. 8 Bände

Literarische Texte in Zeitschriften und Anthologien

Aufsätze